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Liebe Mitstreiter des Neuen Anfang,
nachdem die deutsche Bischofskonferenz bereits die Stellungnahme von Bischof Bätzing beim ad-limina-Besuch in Rom veröffentlicht hatte, nachzulesen hier, hat der Vatikan nun auch die ausführliche Stellungnahme von Kardinal Marc Ouellet, Präfekt des Dikasteriums für die Bischöfe (Link) und die Ansprache von Kardinal Luis Ladaria, Präfekt des Dikasteriums für die Glaubenslehre (Link), veröffentlicht und damit deutlich mehr Klarheit in die Frage gebracht, was hinter den verschlossenen Türen beim ad-limina-Besuch der deutschen Bischöfe in Rom vom 14.-18. November 2022 diskutiert wurde.

Das Ergebnis dürfte für Erschütterung unter den Synodalen sorgen, richtet sich die Kritik der Kardinäle ausführlich begründet nicht nur gegen Kleinigkeiten, sondern gegen Grundsätzliches und Unvereinbares mit der Kirche.

Beide erinnern zudem an den in Deutschland wenig berücksichtigten Brief von Papst Franziskus an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland vom 29. Juni 2019, und das Ziel der Neuevangelisierung, wie der Heilige Vater es mehrfach betonte.

Ladaria listet gar 5 verschiedene Bedenken gegen den Synodalen Weg ausführlich begründet einzeln auf:
1. Die literarische Gattung der Texte wird durchgehend als ungenügend betrachtet. Er regt ein Abschlussdokument an, das die unzulänglichen bisherigen Dokumente ersetzen soll.
2. Bedenken gegen den Versuch, die Struktur der Kirche zur Ursache des Missbrauchs umzudeuten, als müsse die Kirche "unter die Kontrolle von Oberaufsehern gebracht werden".
3. Bedenken gegen die Sicht auf menschliche Sexualität, wie sie sich durch alle Papiere zieht und den Eindruck erweckt, als "dass es auf dem Gebiet der kirchlichen Lehre fast nichts zu retten gäbe."
4. Die Frage der Priesterweihe von Frauen, die in den Texten sehr "polemisch" formuliert sei und wo man die Wahrheit akzeptieren müsse nach Johannes Paul II., dass "die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden".
5. Bedenken über die Auslegungen des Synodalen Weges zum kirchlichen und bischöflichen Lehramt. Er erinnert an die Sendung und apostolische Sukzession, was nicht durch Ämter von Theologen oder Experten ersetzt werden kann.

Kardinal Ouellet  benennt überraschend deutlich den Eindruck, dass die Missbrauchthematik offensichtlich für eine ganz ander Agenda ausgenutzt wird.
Zitat: "Es ist jedoch auffällig, dass die Agenda einer begrenzten Gruppe von Theologen von vor einigen Jahrzehnten plötzlich zum Mehrheitsvorschlag des deutschen Episkopats geworden ist: Abschaffung des Pflichtzölibats, Weihe von viri probati, Zugang von Frauen zum geweihten Amt, moralische Neubewertung der Homosexualität, strukturelle und funktionale Begrenzung hierarchischer Macht, von der Gender-Theorie inspirierte Überlegungen zur Sexualität, wichtige Änderungsvorschläge zum Katechismus der Katholischen Kirche usw. »Was ist passiert?« und »Wo sind wir gelandet?«, fragen sich viele Gläubige und Beobachter erstaunt. Es fällt schwer, sich des Eindrucks zu erwehren, dass die äußerst gravierende Angelegenheit der Missbrauchsfälle ausgenutzt wurde, um andere Ideen durchzusetzen, die nicht unmittelbar damit zusammenhängen."

Der Vorschlag des Moratoriums, also des Aussetzens des Synodalen Weges, aber auch der Vorschlag, ein Abschlussdokument bei der nächsten und gleichzeitig letzten Vollversammlung im März 2023 zu erstellen (welches die bisherigen Texte faktisch zu Diskussionsbeiträgen degradiert), aber auch die Betonung der Einheit der Glieder einer Weltkirche, sprechen die deutliche Sprache, dass hier einiges an Korrektur erwartet wird.

Einer unserer Theologen, Dr. Martin Brüske, der Ihnen inzwischen sicher durch unsere theologische Sprechstunden und zahlreiche Texte als kluger Geist unserer Initiative bekannt sein wird, fasst die beiden Stellungnahmen, die Sie unbedingt selbst im Original nachlesen sollten, wie folgt zusammen:

"Das Ganze war ein Ultimatum. Die Frist läuft bis März. Bis dahin besteht die letzte Chance, die deutsche Kirche wieder in den Glauben der weltweiten Kirche einzubinden. Jeder einzelne deutsche Bischof steht vor der Alternative, unter Blut, Schweiß und Tränen die Re-Integration wenigstens zu versuchen. Dies wird schwere Kämpfe auslösen und auch mit schweren Verlusten an Menschen, die austreten, verbunden sein.
Aber hier besteht die Möglichkeit echter Bekehrung zum Evangelium. Letztlich wird das gesegnet sein. Jener, der das glaubwürdig vollzieht, um den werden sich auch Menschen sammeln. Und zwar mehr, als er gedacht hat. Oder er geht den wahnsinnigen Weg in Selbstzerstörung und Spaltung, letztlich in ein Schisma, weiter. Bei Nichtvollzug wird Rom den ganzen Synodalen Prozess kassieren. Dass Rom sich nicht durch die forschen Deutschen einschüchtern lässt, ist ein wichtiges Signal der Entschlossenheit."

Rom hat also eine klare Erwartung fomuliert, es liegt nun an den Deutschen Bischöfen, wie sie sich dazu verhalten. Dass sie nur wenige Tage nach ihrer Rückkehr aus Rom ein neues Arbeitsrecht für die rund 800.000 kirchlichen Mitarbeiter  verkündeten, das faktisch einer Abschaffung des 6. Gebotes gleichkommt, deutet nicht darauf hin, dass die DBK einlenken möchte.
Lesen Sie hierzu auch die Analyse von Martin Brüske auf unserere Homepage inklusive des Fazits eines ehemaligen deutschen Generalvikars, der es auf den Punkt brachte: „Das sechste Gebot gilt für alle - nur nicht mehr für die Hauptamtlichen.“

Herzliche Grüße von Birgit Kelle
und dem Team von Neuer Anfang
 
Hier finden Sie die neuen Blogbeiträge auf unserer Internetseite:

Das neue Arbeitsrecht schafft das sechste Gebot ab

Mit ihrem neuen Arbeitsrecht verabschiedet sich die Kirche vom Anspruch eines verbindlichen Ethos. Bei aller geistlichen Armut und Heuchelei, die sie auch schon vorher prägte, zerschneidet sie damit das verknüpfende Band der Gemeinden des Neuen Testaments. Ihre Legitimität als Kirche Jesu Christi steht damit infrage, analysiert Martin Brüske.Den ganzen Beitrag finden Sie hier unter dem LINK.

Die sexuelle Revolution frisst ihre Kinder

Die „neue Sexualmoral“ auf dem Synodalen Weg ist unmoralisch, argumentiert Bernhard Meuser und antwortet damit Birgit Mock, Vizepräsidentin des Synodalen Weges. Man sei dort mit dem Anspruch aufgetreten, eine „neue Sexualmoral“ zu begründen. Das sei nicht gelungen, so Meuser und begründet vierfach: moralischen, anthropologisch, empirisch und theologisch. Den ganzen Beitrag finden Sie hier unter dem LINK

Neues Arbeitsrecht: Was nicht gesegnet werden kann

Das neue Arbeitsrecht der Katholischen Kirche will nicht mehr in die Schlafzimmer blicken und segnet offensichtlich alles ab, was in ihnen geschieht. Damit verpflichtet sich die Kirche, die wirren Verhältnisse, Lügen, Ehe- und Beziehungsbrüche ihrer Angestellten moralisch nicht mehr bewerten zu wollen und "segnet ab", was nicht gesegnet werden kann, so Helmut Müller. Den ganzen Beitrag finden Sie hier unter dem LINK

Initiative Neuer Anfang
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