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16 Oktober 2014
EDITORIAL


Wenn Regierungen den Kontakt zur Zivilgesellschaft verlieren …


Im September habe ich die Europäische Journalisten-Föderation (EJF) beim International Governance Forum (IGF) in Istanbul vertreten. Eine Art “Internetgipfel”, der sich mit den Entwicklungen in der digitalen Welt beschäftigte und auch die Auswirkungen auf journalistisches Arbeiten diskutiert: Pressefreiheit, Informantenschutz, Sicherheit und freier Zugang zu Informationen.

Aus meiner Sicht formulierte ein Teilnehmer aus Tunesien eine der wesentlichen Herausforderungen, denen wir uns im Digitalen Zeitalter gegenübersehen:  Die Regierungen verlieren den Kontakt zur Zivilgesellschaft und die “Offline”-Welt verpasst die Verbindung zur Online-Welt.

Im Geschichtsunterricht haben wir gelernt, dass die Mächtigen stets großen Abstand zu den einfachen Menschen, die in der realen Welt leben, gehalten haben. Aber die Digitalisierung hat diese Beziehung verändert. Die Entwicklung von neuen Medien-Plattformen ist viel rasanter als die Versuche von Regierungen, die Medienfreiheit per Gesetz einzuschränken oder zu unterdrücken. Einige Politiker versuchen den Digitalen Markt in einer Art und Weise zu regulieren, der schon fast lächerlich anmutet und kaum Bezug zu der real existierenden Digitalen Welt, auf die wir inzwischen zusteuern, hat. Die Türkei ist so ein Fall. Anfang des Jahres hat die türkische Regierung versucht, den Social Media-Dienst Twitter abzuschalten. Dieser Versuch war allerdings vergeblich, da die Online-Stimmen der Dissidenten nur noch lauter wurden.

In diesem Kontext ist die Rolle der EJF und ihrer Mitglieder besonders wichtig, da wir als Brücke zwischen den politisch Verantwortlichen, den Journalisten (einige sprechen nur noch von “Content-Lieferanten”) sowie den Konsumenten die Digitale Welt bereichern können – mit Qualitätsinformationen und Medienvielfalt.

In der Branche heißt es “Content is King”. Journalisten haben eine sehr wichtige Funktion, wenn es darum geht, das diese Inhalte mit hoher Qualität, Verlässlichkeit und ethischem Anspruch entstehen und dabei allgemein zugänglich sind; wobei zugleich die Urheberrechte respektiert werden müssen.
Mogens Blicher Bjerregård
EJF-Präsident

EJF Jahresversammlung 2014


Die EJF wird mehr als 50 Vertreter aus 26 nationalen Delegationen bei ihrem Jahrestreffen (Annual Meeting) in Moskau vom 20. bis 22. November 2014 begrüßen. In diesem Jahr lautet das Motto: “Journalisten in konfliktreichen Zeiten: Straffreiheit, Sicherheit und Ethik”; damit soll ein besonderes Augenmerk auf Herausforderungen gerichtet werden, denen sich Journalisten in Krisengebieten gegenübersehen.

Ein Sonderbericht zu den Schwierigkeiten, denen die Journalisten in der Ukraine ausgesetzt sind (siehe dazu auch unten: EJF-Mission in die Ukraine), wird während des Treffens präsentiert und diskutiert. Dunja Mijatović, die OSZE-Beauftragte für die Freiheit der Medien, wird dazu einen programmatische Vortrag halten. 

MISSION IN DIE UKRAINE 
Ukrainische und russische Journalisten entwickeln gemeinsame Aktivitäten 


Als Teil der fortgesetzten Unterstützung von Journalisten, die in ukrainischen Krisengebieten arbeiten, wird die EJF eine weitere Mission nach Kiew (Ukraine) organisieren. Yannis Kotsifos, Mitglied des EJF-Vorstands (EFJ Steering Committee), wird die beiden ukrainischen Mitgliedsverbände NUJU und IMTUU sowie lokale Journalisten treffen, um einen besseren Einblick in deren Schwierigkeiten im Arbeitsalltag zu bekommen. Dies dient auch der gezielteren Planung von Aktivitäten, um solche Schwierigkeiten in dem Krisengebiet zu überwinden.

Inzwischen haben sich die drei EJF-Mitgliedsverbände, die russische RUJ sowie die ukrainische NUJU und IMTUU, darauf geeinigt, die existierenden Kooperationsansätze weiterzuentwickeln und zu vertiefen. Dies wurde auf dem jüngsten Treffen am 26. September in Wien, das von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) einberufen worden war, vereinbart. Mit der Unterstützung von OSZE und der Internationalen Journalisten-Föderation (IJF) wollen die drei genannten Verbände einen gemeinsamen Bericht vorlegen, der die verschiedenen Herausforderungen und Schwierigkeiten dokumentiert; dazu gehören auch Übergriffe, Verhaftungen und die Ermordung von Journalisten in den beiden Ländern.

Siehe auch die gemeinsame Erklärung von RUJ, NUJU und IMTUU nach dem Wiener Treffen, in der ebenfalls die Angriffe auf und Tötungen von Journalisten verurteilt werden und die Freilassung von sechs weiteren Journalisten gefordert wird, die wahrscheinlich in der Ostukraine festgehalten werden.
 

AKTUELLE VEROFFENTLICHUNG 
 EJF-Studie: Confronting Austerity in Journalism

 

 â€œJournalisten und ihre Verbände müssen die treibende Kraft für die Zukunft des Journalismus sein” – so lautet eine Kernbotschaft, die in der aktuellen EJF-Studie herausgestellt wird. Die Studie befasst sich mit Beschäftigungs- und Finanzierungsmodellen im Journalismus, die Wege für einen nachhaltigen Qualitätsjournalismus aufzeigen sollen.

Der EJF-Generalsekretär Ricardo Gutiérrez kommentiert die Studie: "Die erste Beobachtung, die wir aus der Untersuchung festhalten müssen, ist, dass der Stellenverlust und Arbeitsplatzabbau in Redaktionen die größten Sorgen bei EJF-Mitgliedsgewerkschaften und –verbänden auslösen. Die zweite Beobachtung: Journalisten selbst, aber auch die Branche insgesamt, investieren verstärkt in digitale Plattformen.” 

“Die gute Nachricht ist, dass Journalisten und Journalistenorganisationen auf die Herausforderungen der digitalen Transformation reagieren. Wie die Mehrheit ihrer Mitglieder bleibt auch die EJF optimistisch. Aber wir müssen dazu die Verleger ins Boot holen, und die sollten ihrerseits damit beginnen, wieder in ihre Redaktionen zu investieren, statt weiter abzuschmelzen. Nur die Konzentration auf Qualitätsjournalismus kann das Überleben der Branche in einem hochkompetitiven Markt sicherstellen. Um das zu erreichen, brauchen wir wieder Redaktionen, die mit professionellen Journalisten besetzt sind, die gut ausgebildet sind und angemessene Arbeitsbedingungen vorfinden,” ergänzte Gutiérrez. (Weiterlesen)

Aktionstag Stand Up for Journalism am 5. November 


Zum siebten Mal wird die EJF am 5. November das Motto “Stand Up For Journalism” ausrufen und bittet alle Mitgliedsverbände, sich mit Aktionen zu beteiligen. An diesem Tag oder in der Woche des 5. November versammeln sich überall in Europa Journalisten zu solidarischen Aktivitäten, auch um einige der größten Herausforderungen, denen sie sich aktuell gegenübersehen, besonders herauszustellen.

Der EJF-Vorstand hat angeregt, dass an diesem Tag besonders die zunehmende Konzentration in der Medienbranche thematisiert werden sollte. Neue Akteure, zu denen auch Google gehört, bedrohen nicht nur die Medienvielfalt, sondern zunehmend auch die Existenzbedingungen für freie Journalisten, die allein zu schwach sind, um mit diesen gigantischen Medienkonglomeraten zu verhandeln. Tycoone haben Medienunternehmen gekauft und tauchen in vielen Ländern auf, um Kontrolle über Medien zu erlangen. Sie alle beeinflussen die Redaktionsarbeit oder fördern politische Ideologien.

EU-Seminar über Transparenz und Eigentumsverhältnisse im Mediensektor 


(3.10.2014) Die EJF hat an einem Seminar der Europäischen Kommission (Generaldirektion Connect, Directorate General for Communications Networks, Content and Technology) teilgenommen, bei dem es um Best Practice-Ansätze für Transparenz und Eigentumsverhältnisse im Mediensektor ging. Experten aus Österreich, Kroatien und Finnland stellten solche Beispiele vor und ermutigten Medienunternehmen, Details über die Eigentumsverhältnisse zu veröffentlichen. Die Referenten verwiesen darauf, das es nicht nur um Besitzanteile gehe, sondern auch um die Tatsache, dass diejenigen, die die Medien kontrollierten, auch das Privileg hätten, die Medienagenda für die Öffentlichkeit zu bestimmen.

Während der Abschlussrunde des Seminars verwies EU-Kommissarin Neelie Kroes darauf, dass es nicht ausreichend sei, allein Transparenzfragen anzusprechen. “Die EU hat durchaus die Kompetenzen, weiter zu gehen, wenn wir den Mut haben, dies zu wagen.” Die Kernpunkte der Debatte können über den Hashtag #EUMT14 nachverfolgt werden.

FINNLAND 
Neue Tarifvereinbarung nach harten Verhandlungen

Representatives of the Finnish Journalists' Union and the employers organisation finally reached an agreement on the new collective agreement. © Petri Savolainen / journalistiliitto
 
(1.10.2014) Die finnische Journalistengewerkschaft hat einen neuen Tarifvertrag für die rund 4.500 Journalisten und Medienmitarbeiter der Printmedien und Nachrichtenagenturen abgeschlossen. ‘‘Ich gratuliere unserem Mitgliedsverband zu den erfolgreichen Verhandlungen und dem erzielten Ergebnis – in einem zunehmend herausfordernden Umfeld,” sagte EJF-Generalsekretär Ricardo Gutiérrez.
 
Der neue Vertrag gilt auch für Journalisten, die für Online-Nachrichtenmedien arbeiten. Dieser Aspekt war von den Arbeitgebern zunächst in Frage gestellt worden. Obwohl der Gewerkschaft auch ein kleiner Erfolg bei der Gehaltsfrage gelungen ist – ein leichter Anstieg von 1,34% nach 26-monatigen Verhandlungen – wurde vor allem der Vorstoß abgewehrt, die Zahl der Urlaubstage für Journalisten zu reduzieren. Den Arbeitgebern wurde zudem der Bedarf für lokale Betriebsratsvertreter deutlich gemacht, in einer Zeit, wo sich die Medienkonzentration durch immer neue Zusammenschlüsse erhöht. Die Vereinbarung stellt sicher, dass die Zahl der Betriebsräte vor Ort nicht verringert wird.

Kontakt für weitere Informationen: Juha Rekola

EUROPE
Die Zukunft des Öffentlichen Rundfunks in Europa


(18.9.2014) EJF-Präsident Morgens Blicher Bjerregård und die Projektverantwortliche Yuk Lan Wong haben Jean-Paul Philippot, Vorsitzender der Europäischen Rundfunkunion (European Broadcasting Union, EBU), im Hause des französischsprachigen belgischen Rundfunksenders RTBF in Brüssel getroffen, um sich über die Zukunft des Öffentlichen Rundfunks in Europa auszutauschen.

Während des Treffens zeigte sich die EJF besorgt über Governance-Fragen im neuen öffentlichen Rundfunk, der für das Fehlen von redaktioneller Unabhängigkeit und der Praxis bei der Stellenbesetzung kritisiert wurde. Blicher Bjerregård und Philippot erklärten zusammen, dass es gemeinsamer Anstrengungen bedürfe, um einen starken öffentlichen Rundfunk in jedem einzelnen europäischen Land zu erhalten; dieser sei ein unverzichtbares Element für eine pluralistische Medienlandschaft.

DEUTSCHLAND
Regierung arbeitet an Gesetz zur Einschränkung des Streikrechts

 
(2.10.2014) Jeder Arbeiter oder Angestellte hat das Recht, sich einer Gewerkschaft anzuschliessen; so garantiert es die EU Grundrechte-Charta und nicht zuletzt die Verfassung in vielen europäischen Ländern. Im deutschen Grundgesetz (GG) wird das Streikrecht durch Art. 9 Abs. 3 als Bestandteil der Arbeitskampffreiheit implizit garantiert.

In Deutschland wird nun ein Gesetz geplant, dass diese Rechte stark einschränkt. Die in diesem Zusammenhang viel diskutierte Tarifeinheit ist aus Sicht des deutschen DJV verfassungswidrig; demzufolge soll in jedem Unternehmen nur noch die Gewerkschaft mit der größten Mitgliederzahl Tarifverhandlungen und Arbeitskämpfe durchführen können. Dies würde großen Gewerkschaften praktisch ein Monopol einräumen und kleinere nahezu überflüssig machen.

„Das von der Bundesregierung favorisierte Prinzip ,Eine Gewerkschaft pro Betrieb‘ verstößt gegen die Koalitionsfreiheit. Die Arbeitnehmer müssen auch weiterhin frei entscheiden können, welcher Gewerkschaft sie sich anvertrauen,“ sagte der DJV-Vorsitzende Michael Konken. Das Prinzip Mehrheitsgewerkschaft negiere die berechtigten Interessen einzelner Berufsgruppen.

Es wird erwartet, dass der Gesetzesentwurf am Ende des Jahres vorgelegt wird.

MAZEDONIEN
EJF fordert alle Anklagepunkte gegen Kezarovski fallen zu lassen

 
(7.10.2014) Die EJF hat einen Brief an den Botschafter der Republik Mazedonien bei der EU, Andrej Lepavcov, geschrieben. Darin werden die mazedonischen Behörden aufgefordert, der "absurden" juristischen Verfolgung des Journalisten Tomislav Kezarovski ein schnelles Ende zu bereiten. Es wird darauf hingewiesen, dass Kezarovski unfairerweise dafür bestraft werde, dass er die Identität einer Polizeiquelle genannt und seine journalistischen Informanten geschützt habe. Die EJF bittet ihre Mitgliedsverbände, einen ähnlich lautenden Brief an den jeweiligen Botschafter in ihrem Land zu senden. (photo credit: Mehmet Koksal /EFJ)

SERBIEN
Sender B92 stoppt Talkshow auf politischen Druck


(3.10.2014) Die EJF hat zusammen mit ihren serbischen Mitgliedsverbänden Independent Journalists’ Association of Serbia (NUNS), Journalists’ Association of Serbia (UNS) und Journalists Union of Serbia (SINOS) gegen eine Entscheidung des privaten Radio- und Fernsehsenders B92 protestiert, eine Polit-Talkshow auf Grund politischen Drucks einzustellen.

UNS hat eine Online-Petition gestartet, und bittet die Öffentlichkeit um Unterstützung, damit die Sendung wieder ausgestrahlt wird. Der Verband NUNS hatte am Sonntag einen Schweigeprotest vor dem Gebäude von B92 organisiert, an dem mehr als 300 Journalisten und bekannte Persönlichkeiten aus Politik und Kultur teilgenommen haben.
Auch SINOS hat eine Stellungnahme veröffentlicht, in der die Wiedereinsetzung der Sendung verlangt wird. (Weiterlesen
 

SCHWEIZ
Aufruf für die Sicherheit von Journalisten in Konfliktgebieten


Die EJF, der Schweizer Journalistenverband Impressum, Amnesty International, die University of Fribourg, Reporter ohne Grenzen und die Press Emblem Campaign (PEC) haben zum Abschluss des 3. Journalistenforums am 24. September in Lausanne eine gemeinsame Resolution verabschiedet. Mit Blick auf die eskalierenden Bedrohungen und Gefahren, denen Journalisten in Krisengebieten ausgesetzt seien, fordert die Resolution einen besseren Schutz für die Sicherheit von Journalisten. (Weiterlesen)

TURKEI
Journalisten nach IS-Berichten von Angriffen bedroht

 

 
(25.9.2014) Journalisten, die von den Kämpfen gegen den “Islamischen Staat” (IS) und dem Leid der Bevölkerung an der syrisch-türkischen Grenze in der Nähe der Stadt Suruç berichtet hatten, sind von der türkischen Polizei angegriffen worden.
 
Laut dem türkischen EJF-Mitgliedsverband TGS waren Journalisten ein systematisches Ziel der Polizei gewesen, obwohl diese ihren Presseausweis gezeigt hätten. Die TGS  stellte fest, dass eine Reihe von Journalisten körperlich angegriffen worden seien; darunter auch Journalistinnen, die belästigt worden wären. EJF und TGS verurteilen die Ãœbergriffe und fordern die Behörden auf, das Recht von Journalisten zur Berichterstattung zu akzeptieren. (Weiterlesen, auf Türkisch)

RUMANIEN
Medien & Politik  


(23.9.2014) “Die Entwicklung im rumänischen Mediensektor ist dramatisch,” sagte Marina Constantinoiu zu Anfang des Seminars “Media & Politics”, das von der South Eastern European Media Organisation (SEEMO) im Parlamentsgebäude in Bukarest organisiert worden war. Die SEEMO-Koordinatorin  Constantinoiu warnte vor dem drastischen Rückgang der Werbeeinnahmen um 90% und prognostizierte, dass Rumänien möglicherweise das erste europäische Land ohne Printmedien sein werde.

Während man noch abwarten muss, ob Constantinoius Voraussage tatsächlich eintreffen wird, debattierten die 50 Konferenzteilnehmer darüber, wie der Qualitätsjournalismus in Rumänien verbessert werden könne. Vorschläge waren unter anderem: eine effiziente Selbstregulierung, De-Politisierung des Öffentlichen Rundfunks, transparente Eigentumsverhältnisse im Mediensektor sowie ethische Richtlinien im Journalismus. EJF-Direktorin Renate Schroeder brachte ihre Ideen dazu ein, wie die Agenda neu ausgerichtet werden könne und dass man für den “Journalismus als öffentliches Gut” kämpfen müsse. Sie zitierte den EJF-Bericht  â€œJournalism in the shadows: The challenge for press freedom” (Journalismus im Schatten. Herausforderungen für die Pressefreiheit), der im Jahr 2011 veröffentlicht worden war. Drei Jahre nach der Veröffentlichung habe sich der Zustand der Medien in Rumänien für Journalisten unglücklicherweise nicht verbessert; das gelte wohl für die gesamte Region, sei es im Rahmen der Europäischen Union oder außerhalb. (Weiterlesen)
 

SLOVENIA SLOWENIEN
Journalistin nach Recherche zu rechts-extremen Verbindungen angeklagt

 
Anuska DelicDie slowenischen Strafverfolgungsbehörden haben gegen die Journalistin Anuska Delic Anklage erhoben; sie soll als “geheim” eingestufte Informationen veröffentlicht haben. Delic hatte Verbindungen zwischen der Partei des ehemaligen Premierministers und einer rechtsextremen Gruppe recherchiert und publiziert. Delic, die bei Verurteilung mit drei Jahren Gefängnishaft rechnen muss, sagte, dass sie zum Ziel von politisch motivierten Untersuchungen der Behörden geworden sei. Diese verlangen von ihr, ihre Informationsquellen offenzulegen. “Wesentliche journalistische Prinzipien stehen auf dem Spiel – der Informantenschutz und die Verpflichtung zur Berichterstattung.” Die ersten Anhörungen sind für den 15 Oktober geplant. Die EJF und der Mitgliedsverband Slovenian Association of Journalists werden den Fall genau beobachten und über das Ergebnis der Verhandlungen berichten. (Weiterlesen) (photo by : Matej Druznik / Delo)

 

ITALIEN
Italienische EU-Ratspräsidentschaft 2014: Datenschutz-Grundverordnung im Blickpunkt


Nachdem die italienische EU-Ratspräsidentschaft ihre Prioritäten benannt hat, darunter auch die Verabschiedung des Regelungspakets zur Datenschutz-Grundverordnung, haben Journalisten und Medienvertreter davor gewarnt, dass dem Vorhaben in seiner jetzigen Form ein wichtiges Element fehle: gemeint ist eine Ausnahmeregelung für Journalisten, soweit eine Datenverarbeitung im öffentlichen Interesse geschehe. Eine Delegation aus EJF und den Verlegerverbänden ENPA (Zeitungen) und EMMA (Zeitschriften) traf sich mit italienischen Vertretern der Ratspräsidentschaft. Sie legte größten Wert auf die Feststellung, dass die Pressefreiheit eine Frage der Mediengesetzgebung und nicht der Behörden für Datenschutz sei. Sollte der aktuell vorliegende Text der zuständigen Arbeitsgruppe (Data Protection Working Group) verabschiedet werden, würde die Pressefreiheit in Mitgliedsstaaten unterminiert. EJF, ENPA und EMMA haben ein gemeinsames Schreiben an die Arbeitsgruppe gerichtet, und vor einer solchen Entscheidung, die die Pressefreiheit gefährde, gewarnt. Die gleiche Gruppe traf auch mit dem Verantwortlichen der EU-Kommission für Datenschutz, Bruno Gencarelli (Generaldirektion Justiz), zusammen und forderte die Kommission auf, ihren eigenen Entwurf besser zu verteidigen, da die dort enthaltenen Formulierungen weitaus besser als jene der Arbeitsgruppe seien.
 

SPANIEN
Spanischer Verband nimmt an Workshop zum EU-Lobbying teil


(3.10.2014) Die Spanische Journalisten-Föderation (Federación de Sindicatos de Periodistas, FeSP) hat als EJF-Mitgliedsverband an einem Kurs “How to monitor and influence the EU decision-making process from a trade union perspective”  des Europäischen Bildungswerks der Gewerkschaften (European Trade Union Institute, ETUI) teilgenommen. Dabei geht es um die Möglichkeit der Beobachtung und Beeinflussung von europäischen Entscheidungsprozessen aus Gewerkschaftsperspektive.

In den letzten Jahren hat die europäische Gewerkschaftsbewegung eine strategische Rolle in der Mobilisierung, bei der Beobachtung und Beeinflussung der Entscheidungsprozesse gespielt; dies gilt auch für Vorschläge und Berichte, die Auswirkungen auf unterschiedliche sozialpolitische Themen sowie Arbeitsbedingungen haben.

FeSP hat an Hand von verschiedenen erfolgreichen Fallbeispielen gelernt, wie EU-Entscheider lobbyiert werden können. “Das Wissen um die institutionellen EU-Mechanismen und wie man sie besser für gewerkschaftliche  Ziele nutzen kann, ist essentiell für jede Gewerkschaft,” sagte FeSP-Mitglied Miriam Meda González, die glaubt, sehr stark von dieser Trainingsmöglichkeit profitiert zu haben.
 

URHEBERRECHT
Digitalisierung: Bibliotheken bekommen Grünes Licht


(11.9.2014) Universitätsbibliotheken können jetzt Bücher und Zeitungsartikel zur Bildungszwecken digitalisieren; das erlaubt ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (European Court of Justice). Laut Gerichtsentscheidung können Mitgliedsstaaten ihren Bibliotheken gestatten, Bücher und Artikel zu digitalisieren, mit dem Ziel “das öffentliche Interesse zu fördern bei der Unterstützung von Forschung und privaten Studien”. Allerdings bedeute dies nicht, dass Einzelpersonen sich private Ausdrucke, Scans oder Kopien auf einem USB-Stick machen dürften. 

Falls einzelne Bibliotheksbenutzer sich Papierausdrucke von urheberrechtlich geschützten Werken machen oder diese auf einem Medium (USB-Stick) speichern wollen, können sie dies nur an eigens dafür eingerichteten Terminalarbeitsplätzen tun. In diesem Fall der Re-Produktion von urheberrechtlich geschützten Inhalten  muss eine angemessene Vergütung für die Autoren oder Rechteinhaber sichergestellt sein.

CALENDAR

OKTOBER

13

 
16-18
 
16


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NOVEMBER
 

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12-14

13

20-21

21-22




 



 

Treffen und Roundtable: Expertengruppe Freie Journalisten (Freelancers Experts Group, FREG), Minsk, Bela

Internationale Journalistentagung, Metz

Konferenz: “Journalism in the Age of Mass Surveillance”, London


Medienpolitische Tagung: Neue Medien, neue Herausforderungen, dju.verdi


Kongress : South East Europe Media Organisation (SEEMO), Skopje, Rep. Mazedonien

Medienkonferenz : Rencontres européennes de Luxembourg, Luxemburg

Gewerkschaftskonferenz von TUMM und FES in Podgorica, Montenegro

Konferenz: Publishing on the move: Knowing and organising to anticipate the changes, UNI-Graphical, Brüssel






DJV-Verbandstag, Weimar

Treffen der EJN, Istanbul, Türkei

Gerichtsverhandlung (KCK), Istanbul, Türkei

Aktionstag: Stand Up for Journalism

CCOO Local TV Seminar, Madrid

NUJ Continental European Council, Brüssel

Mediane-Programm, Abschluss-Workshop, Brüssel

Seminar: DJV International Meeting, Bremen

EJF-Vorstand (EFJ Steering Committee Meeting), Moskau

EJF-Jahresversammlung, Moskau


 
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Herausgeber (v.i.s.d.p.)
Ricardo
Gutiérrez
Redaktion
Yuk Lan Wong, Renate Schroeder
Artikelschreiber
Mehmet Koksal
Ãœbersetzung
Andreas K. Bittner