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  27 Oktober 2016   

   EDITORIAL   


In diesem Sommer hat sich die Situation für türkische Journalistinnen und Journalisten weiter verschlechtert; nach dem Putschversuch vom 15. Juli dieses Jahres sind auch die Medien verstärkt ins Visier geraten. Allgemeine Furcht und Verunsicherung breitet sich aus, Medienunternehmen werden zwangsweise geschlossen und Journalisten inhaftiert. Einer von ihnen, Mustafa Cambaz, bezahlte mit seinem Leben.

Ich habe sofort Kontakt zu Thorbjørn Jagland, dem Generalsekretär des Europarats, aufgenommen und um ein Treffen der Partner der gemeinsamen Plattform - Platform to promote the protection of journalism and safety of journalists – gebeten. Kurz darauf fand dieses Treffen am 6. Oktober in Paris statt. Die Kooperationspartner einigten sich auf ein gemeinsames Vorgehen beim Umgang mit der Situation in der Türkei. Eine Konferenz zur Medienfreiheit soll organisiert werden, sobald der Ausnahmezustand aufgehoben ist.

In den nächsten drei Jahren wird die Europäische Journalisten-Föderation (EJF) zusammen mit ihrer Schwesterorganisation, der Internationalen Journalisten-Föderation (IJF), ein Folgeprojekt mit Finanzierung durch die Europäische Kommission durchführen.  So können wir unsere Mitgliedsverbände in der Türkei dabei unterstützen, gegen die Bedrohung der Medienfreiheit Widerstand zu leisten und dabei helfen, die institutionellen Kapazitäten zu stärken.

Stichwort Projekte. Die EJF hat ihre Projektaktivitäten erheblich ausweiten können. In den nächsten beiden Jahren  koordinieren wir ein größeres Projekt zur Bekämpfung von Hassreden in den Medien (hate speech), ein Phänomen, dass sich europaweit und in allen Gesellschaftsschichten ausbreitet.

Zudem arbeiten wir weiterhin eng mit anderen Verbänden und Gewerkschaften in gemeinsamen Projekten zusammen. Zu unseren Partnern gehört der Europäische Gewerkschaftsbund (European Trade Union Confederation, ETUC), der internationale Gewerkschafts-Dachverband UNIglobal union, aber auch Verbände, die Schauspieler (International Federation of Actors - FIA) bzw. Musiker (International Federation of Musicians FIM) vertreten. Im Rahmen einer Abschlusskonferenz in den Räumen des Europäischen Parlaments wurde ein Gemeinschaftsprojekt von EJF, UNIglobal, FIA und FIM erfolgreich abgeschlossen. Die vier Verbände brachten das Thema a-typische Beschäftigungsverhältnisse (atypical work) im Kreativsektor auf die Agenda und machten Europaparlamentarier und Kommissionsvertreter auf Missstände aufmerksam; gefordert wird eine Überprüfung der Arbeitsgesetzgebung vor allem mit Blick auf die Möglichkeit von Tarifverhandlungen für Freelancer und andere a-typisch Beschäftigte.

Weiterhin setzt sich die EJF als Lobbyorganisation für eine Stärkung des Urheberrechts für Journalisten bei der aktuellen Überprüfung der EU-Copyright-Richtlinie ein. Einige wichtige Fortschritte wurden hier erzielt, da der letzte Entwurf nun Vorschläge beinhaltet, wie eine faire Vergütung sichergestellt werden kann.

Die kommenden Jahre bleiben herausfordernd – aber die EJF ist bereit, sich diesen Herausforderungen zu stellen: mit neuen Projekten und starken Partnern.
 

Mogens Blicher Bjerregård

EJF Präsident

   Türkei  

Über 100 Journalisten seit Putschversuch inhaftiert

Seit dem Putschversuch im Sommer dieses Jahres wird die Liste der inhaftierten Journalistinnen und Journalisten länger und länger. Insgesamt sind aktuell rund 100 Journalisten hinter Gittern; mehr als 130 Medienbetriebe wurden zwangsweise geschlossen – darunter die kurdische Tageszeitungen Ozgür Gündem und Azadiya Welat.

Auch die Haftbedingungen geben inzwischen verstärkt zur Sorge Anlass. Drei Journalisten der Tageszeitung Evrensel und ein Reuters-Korrespondent berichteten von „Folter und Drohungen" nachdem sie inhaftiert worden waren. Vom 31. August bis zum 2. September besuchte eine  internationale Delegation zivilgesellschaftlicher Organisationen Istanbul, um sich solidarisch mit Autoren, Journalisten und Medienbetrieben zu zeigen. Unter ihnen Vertreter der EJF, PEN International, der deutsche, norwegische, walisische und dänische PEN-Verband, der Norwegische Presseverband, die norwegische Journalistengewerkschaft sowie Repräsentanten von  Index on Censorship, My Media und Reporter ohne Grenzen. Die Delegation verurteilte den Missbrauch der Notstandsgesetze durch türkische Behörden, die Unterdrückung von Diversität und oppositionellen Stimmen. Zugleich fordert sie von der Regierung eine sofortige und bedingungslose Freilassung aller inhaftierten Journalisten in der Türkei sowie ein Ende der Schikanen bei den wenigen übrig gebliebenen, unabhängigen oder oppositionellen Medienbetrieben.

Um diesen Beitrag etwas positiver ausklingen zu lassen: Zusammen mit neun weiteren Organisationen haben EJF und IJF am 19. August den türkischen Preis der Pressefreiheit bekommen.  Der Preis würdigt die internationale Koalition für ihren Einsatz während der Missionen zur Pressefreiheit im Jahr 2015.

TGS wählt neuen Präsidenten
und einen “gender-ausgewogenen” Vorstand

09.10.2016) Die Journalistengewerkschaft in der Türkei (TGS) hielt ihre  21. Generalversammlung unter dem Vorsitz von Canan Onurer (Präsident von Basin-Sen , Nord-Zypern) ab. Zu der Sitzung in Istanbul kamen Delegierte, Mitglieder und internationale Gäste. Mit Gökhan Durmus (33 Jahre), der zuvor dem TGS-Ableger in Istanbul angehörte, wurde der jüngste Präsident in der Geschichte der türkischen Gewerkschaft gewählt. Der neue TGS-Vorstand ist mit drei Frauen und drei Männern paritätisch besetzt. Vertreter von EJF / IJF und des Deutschen Journalisten-Verbandes überbrachten der Generalversammlung Solidaritätsbotschaften und trafen sich mit Kollegen aus zwangsweise geschlossenen Medienunternehmen.

Generalsekretär des Europarats lädt
zu hochrangigen Treffen

(06.10.2016) Zusammen mit anderen Partnerorganisationen der digitalen Plattform des Europarats Platform for the Safety of Journalists   trafen sich die Präsidenten von EJF und IJF mit dem Generalsekretär des Europarates, Thorbjørn Jagland, in Straßburg. Diskutiert wurden mögliche Maßnahmen, mit denen die Warnmeldungen zur Medienfreiheit auf der digitalen Plattform weiterverfolgt werden können. Nach dem gescheiterten Putschversuch vom 15. Juli in der Türkei sind vermehrt Warnmeldungen publiziert worden. Generalsekretär Jagland berichtete über die bisherigen Aktivitäten des Europarats und die weitere Entwicklung der Zusammenarbeit mit der Türkei, die ebenfalls ein Mitgliedsland des Organisation ist.

Europäische Medien gegen Hate Speech

(11.10.2016) Seit Beginn der europäischen Flüchtlingskrise hat die Verbreitung von so genannter Hate Speech (Hasskommentare, Hassrede) stark zugenommen; dabei wird inzwischen auch die Rolle der Medien hinterfragt. In diesem Zusammenhang hat die EJF nun ein Projekt unter dem Motto „European Media against Hate Speech“ gestartet, das mit einer Reihe von Partnerorganisationen durchgeführt wird: Article 19, Media Diversity Institute (MDI), Community Media Forum Europe (CMFE), Croatian Journalists' Association (CJA), Cooperazione per lo Sviluppo dei Paesi Emergenti (COSPE) und Community Media Institute (COMMIT). Vertreter dieser Gruppe haben bereits an einem Kickoff-Meeting in Brüssel teilgenommen und detaillierte Aktivitäten und Pläne entwickelt. Das Projekt geht über einen Zeitraum von 18 Monaten und wird von der Europäischen Kommission (Generaldirektion Justiz und Verbraucher) gefördert. Es will eine Reihe von Workshops und Debatten initiieren. Zielgruppen sind Journalisten, Vertreter von zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie juristische Experten, die sich in dem Bereich Medienrecht auskennen. Ende November wird das Projekt dann offiziell gestartet – dazu wird es auch eine eigene Website geben.
Zu weiteren Informationen kontaktieren Sie bitte Yuk Lan Wong (yuklan.wong@ifj.org)

    Russland   

Gerechtigkeit für Anna Politkovskaya

(07.10.2016)  Die EJF hat des Todes der Journalistin  Anna Politkovskaya gedacht. Politkovskaya  war Reporterin bei der Novaya Gazeta und eine prominente Kritikerin des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Sie wurde am 7. Oktober 2006 im Aufzug ihres Appartmentgebäudes im Moskauer Zentrum erschossen. Zusammen mit dem russischen Mitgliedsverband RUJ forderte die EJF die russische Regierung auf, ihre Anstrengungen zu erneuern, nach den Auftraggebern des Journalistinnenmordes zu fahnden. 

    Ungarn   

Ungarns größte Oppositionszeitung geschlossen

(08.10.2016) Ungarns auflagenstärkste Oppositionszeitung, Népszabadság (“Volksfreiheit”), ist völlig überraschend eingestellt worden. Mitarbeiter des Medienhauses wurden schriftlich darüber informiert, dass sie “bis auf Weiteres” vom Dienst freigestellt seien. Sie wurden zudem daran gehindert, das Gebäude zu betreten und konnten nicht einmal ihre persönlichen Sachen aus den Büros holen. Außerdem wurden ihre E-Mail-Konten gesperrt.

Am darauffolgenden Samstag protestierten über 2000 Ungarn gegen die Schließung der  unabhängigen und überparteilichen Zeitung, die jedoch im Allgemeinen die sozialistischen und liberalen Parteien unterstützte und damit dem rechtskonservativen Fidesz-Bürgerbund fern stand. Die Firma Mediaworks, die im Besitz der österreichischen Vienna Capital Partners ist, sagte, dass das Blatt “beachtliche” Verluste machte und mit einer rückläufigen Auflage zu kämpfen hatte. Bürgerrechtsorganisationen halten dagegen, dass die Zeitung schließen musste, weil sie kritische Berichte über die regierende rechtskonservative Regierung von Premierminister Viktor Orban veröffentlichte. “Es scheint klar, dass Regierung und Regierungspartei der Opposition keine Möglichkeit geben wollen, ihre Sicht der Dinge über unabhängige Medien zum Ausdruck zu bringen,” meint László Lengyel, amtierender Vorsitzender der ungarischen Pressegewerkschaft Hungarian Press Union (HPU).

    Kosovo   

European+trade+unions+call+for+stronger+protection+of+workers+in+digital+economyÖffentlicher Rundfunk RTK mit Handgranate angegriffen

(22.08.2016) RTK, ein öffentlicher Rundfunkanbieter im Kosovo, wurde mit einer Handgranate angegriffen. Die Sprengladung explodierte im Innenhof des Hauptgebäudes in der Hauptstadt Pristina. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten einige Journalisten im Inneren des Bürokomplexes; verletzt wurde aber niemand.

Zwei Wochen später, am 28. August, wurde RTK ein weiteres Mal angegriffen. Ein bislang unbekannter Täter warf erneut eine Art Sprengkörper – diesmal auf das Haus von RTK-Generaldirektor Mentor. Auch hier  gab es glücklicherweise keine Verletzten. Möglicherweise war es wieder eine Handgranate, die im Hinterhof des Hauses explodierte, während sich die gesamte Familie im Inneren befand. Die Verantwortung für beide Angriffe übernahm eine Gruppe die sich “Rugovasit” nennt. Dieser Begriff bezeichnet eine Bevölkerungsgruppe, die in den Rugova-Bergen lebt – in der Nähe der umstrittenen Grenze zu Montenegro. Das kosovarische Parlament ist kurz davor über ein Grenzabkommen mit seinen montenegrinischen Nachbarn abzustimmen. Gegner der möglichen Vereinbarung glauben, dass es für den Kosovo zum Verlust von Tausenden Hektar Land führen könnte.

    Rundfunk   

Rundfunk-Expertengruppe BREG trifft sich in Brüssel


(29.09.2016) Die EFJ Broadcasting Expert Group – kurz BREG – traf sich in dieser Amtsperiode zum ersten Mal in Brüssel und wählte Susanna-Maria Sjöstedt von der Finnischen Journalistengewerkschaft zur Vorsitzenden. Die Fachgruppe tauschte sich über die neusten Entwicklungen im Rundfunksektor der teilnehmenden Mitgliedsverbände (Deutschland, Griechenland, Finnland, Frankreich, Serbien, Österreich, Italien und Großbritannien) aus. Allgemein ist ein Trend zur sinkenden Finanzierung des öffentlichen Rundfunks zu beobachten.
Mit Joanna Wrona nahm eine Repräsentantin der EU Kommission, Generaldirektion Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologien (kurz DG Connect) teil. Sie erläuterte den Sachstand zu den aktuellen Reformen der EU- Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVM-Richtline, Directive 2010/13). Aktuell diskutiert das Europaparlament über den Kommissionsvorschlag und entsprechende Änderungen, die zur Abstimmung vorgelegt werden sollen. Die EJF brachte ihre Besorgnis zum Ausdruck über die jüngsten Änderungsvorschläge, die zu einer Schwächung der nationalen Regulierungsbehörden führen könnten

   Urheberrecht 

Urheberrechts-Experten von AREG diskutieren EU Copyright Reform

(10.010.2016) Die Authors' Rights Expert Group (kurz AREG) der EJF traf sich in Brüssel und diskutierte die Vorschläge der Europäischen Kommission zur Reform des Urheberrechts. Aktuelle Schlüsselthemen für Journalisten:  Meldepflichten der Verleger und Rundfunkanbieter, Fragen zu einem Verlegerleistungsschutzrecht auf europäischer Ebene sowie dessen Grenzen und mögliche Ausnahmetatbestände.

   Arbeitsrecht                  A-typischBeschäftigungsverhältnisse 

Südost-Europa und Türkei schließen sich EJF-Expertengruppen an

(07.09.2016) Journalisten und Medienschaffende aus Südost-Europa und der Türkei können nun auch Beispiele von Best Practice teilen, sich über aktuelle Herausforderungen und Projekte austauschen und von der juristischen Expertise im Bereich Arbeitsrecht profitieren, wenn sie künftig an den Sitzungen der EJF-Expertengruppe Labour Rights Expert Group (kurz LAREG) teilnehmen. Im Rahmen des EU-finanzierten Projekts Building Trust in media in South East Europe and Turkey (Vertrauen in die Medienlandschaft in Südosteuropa und der Türkei aufbauen) führen die UNESCO und die EJF diese Aktivitäten zum Wissensaustausch durch. Journalistinnen und Journalisten aus Albanien, Bosnien und Herzegovina, Montenegro, Mazedonien, Serbien, der Türkei und dem Kosovo haben nun die Chance, sich der LAREG anzuschliessen. Die Fachgruppe entwickelt Strategien und Werkzeuge für EJF-Mitglieder und fördert starke Gewerkschaften und unterstützt bei Fragen zu Tarifverhandlungen.

Die Herausforderungen
bei a-tpischen Beschäftigungsverhältnissen meistern? – Handbuch veröffentlicht

(09.09.2016) Die EJF hat zusammen mit dem internationalen Gewerkschafts-Dachverband UNIglobal union sowie den Verbänden von Schauspielern (International Federation of Actors, FIA) und Musikern (International Federation of Musicians, FIM) ein Handbuch veröffentlich: ”The Future of Work in the Arts, Media & Entertainment Sector” – zur Zukunft der Arbeit im Kreativ- und Unterhaltungssektor. Dabei werden Schlussfolgerungen und konkrete Vorschläge gemacht, um den prekären Tendenzen in diesen Bereichen entgegenzuwirken. Das Handbuch wurde anläßlich einer abschließenden gemeinsamen Veranstaltung (am 8. und 9. September in Brüssel), die von den vier genannten Organisationen gemeinsam gestaltet worden war, veröffentlicht

   Gender  

European+trade+unions+call+for+stronger+protection+of+workers+in+digital+economyNotfallfonds für Journalistinnen in der Krise

(09.09.2016) Die International Women’s Media Foundation (IWMF) hat bereits im Jahr 2013 einen Notfallfonds eingerichtet, der Journalistinnen in Krisenfällen und Ausnahmesituationen eine Unterstützung im Alltagsleben ermöglicht.
Im einzelnen bietet dieser IWMF Emergency Fund:

  • Kleine Zuschüsse für psychologische oder medizinische Behandlung in Fällen von Erkrankungen oder Schwierigkeiten, die im direkten Zusammenhang mit der journalistischen Arbeit  in Krisensituationen stehen
  • Drei Monate vorübergehende Unterstützung im Falle eines notwendigen Ortswechsels, in Fällen von Bedrohung oder Krisen
  • Rechtliche Unterstützung in Fällen, bei denen Inhaftierung oder Zensur drohen
  • Nicht-finanzielle Beratungsleistungen, um Informationen über weitere Formen der Unterstützung oder dem Zugang zu zusätzlichen Ressourcen zu erhalten
Für einen Antrag auf Unterstützung durch den IWMF Emergency Fund muss zunächst dieser Fragebogen ausgefüllt werden.

   Europäische News in Kürze 

European+trade+unions+call+for+stronger+protection+of+workers+in+digital+economyKommission will Medienvielfalt und öffentliche Medien im Westbalkan fördern

(05.09.2016) Eine EJF-Delegation hat sich mit Johannes Hahn, dem EU-Erweiterungskommissar (genauer: Erweiterung und Europäische Nachbarschaftspolitik) getroffen. Dabei wurde unter anderem diskutiert, wie die Arbeits- und sozialen Bedingungen für Journalisten verbessert und wie Qualitätsjournalismus in öffentlich (-rechtlichen) Medien sowie die Medienvielfalt auf dem Westbalkan gefördert werden können. Mit Blick auf die Türkei wurde auch die Besorgnis erregende Situation der Medien- und Pressefreiheit angesprochen sowie die Repressionen, der sich dort gegen eine große Zahl von Journalisten gegenüber sieht. EU-Kommissar Hahn und die EJF kamen darin überein, weiterhin zu kooperieren, auch bei derZusammenarbeit mit NGOs und anderen EU-Institutionen, um Wege zu finden, Journalistinnen und Journalisten zu helfen, die von dieser Situation betroffen sind.  

Treffen mit MEP Petra Kammerevert zur AVM-Richtlinie

(12.10.2016) Eine EJF-Delegation traf sich mit der Europaabgeordneten Petra Kammerevert. Sie ist Schattenberichterstatterin (co-rapporteur) für die Revision der Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVM Directive). Diese EU-Richtlinie schafft einen Rahmen für grenzüberschreitende Mediendienste. Intensiv wurden Fragen, die für die EJF und ihre Mitgliedsverbände wichtig sind, diskutiert: Wie kann die Unabhängigkeit von nationalen Regulierungsbehödern gestärkt werden? Welche wichtige Rolle spielt dabei die European Regulators Group for Audiovisual Media Services (ERGA). Die Gruppe Europäischer Regulierungsstellen für elektronische Kommunikationsnetze und -dienste ist eine EU-Körperschaft mit beratender Funktion hinsichtlich der Regulierung auf dem Telekommunikationsmarkt. Der Vorschlag der Europäischen Kommission formalisiert die Rolle der ERGA als unabhängiges, beratendes Expertengremium (für die Kommission) und als Forum für den Austausch zwischen nationalen Regulierungsbehörden. Die Schattenberichterstatter sind allerdings weniger enthusiastisch, wenn es darum geht, der ERGA mehr Befugnisse zu verleihen und möchten vor allem das so genannte Contact Committee stärken. Bei letzterem handelt es sich um ein Gremium, das aus nationalstaatlichen Vertretern und Europaabgeordneten besteht. Die Frist Änderungsvorschläge beim EU-Parlamentsausschuss für Kultur und Bildung (CULT) einzureichen, endete am 19. Oktober.

Bei dem Treffen wurde auch ein aktuelles  Policy Paper zur Förderung von Medienvielfalt und Pressefreiheit diskutiert ( “Fostering Media Diversity and Press Freedom”). Das Papier wurde von der Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament (S&D) verabschiedet. Tatsächlich enthält das Dokument zahlreiche Aktionspunkte, die die EJF in ihrer Denkschrift (EJF Manifesto) im Vorfeld der letzen Europawahl erarbeitet hatte. Dazu gehören: die Bedeutung von Journalistengewerkschaften, Medientraining und –kompetenz, Medienpluralismus und Pressefreiheit, Sicherheit von Journalisten, Informationszugang, Informantenschutz und Schutz von Whistleblowern und nicht zuletzt die Notwendigkeit, nach neuen Finanzierungsmodellen für einen unabhängigen Qualitätsjournalismus zu suchen.

   Seminar  

European+trade+unions+call+for+stronger+protection+of+workers+in+digital+economyGeflüchtete: Wie kann das negative Narrativ verändert werden?

(04.10.2016) Die EJF und die Alliance Internationale de Journalistes (AIJ) haben mit Erfolg eine Roundtable-Veranstaltung in Brüssel organisiert. Diskutiert wurde über unangenehme Wahrheiten der Berichterstattung zu Geflüchteten, Migrantinnen und Migranten sowie die Frage, ob Journalismus zu stereotypen und einseitigen Darstellungen neige. (Refugees and Migrants, the inconvenient truths – Journalism against bias and stereotypes )  Themen zu Migration und Flucht stehen inzwischen ganz oben auf der Nachrichtenagenda und Medienorganisationen spielen eine entscheidende Rolle, inwieweit die öffentliche Meinung über die transportierten Botschaften und Erzählungen (negativ) beeinflusst wird.  Wichtige Fragestellungen: Wie kann über die Flüchtlingskrise mit mehr Menschlichkeit berichtet werden? Wie können die Medien zu eine verbesserten Kommunikation beitragen? Zahlreiche Journalisten, NGO-Vertreter sowie Mitarbeiter von zwischenstaatlichen Organisationen (UNCHR, International Organization for Migration OIM), die sich mit Fragen von Flucht und Migration beschäftigen, nahmen an der Veranstaltung teil. Sie dachten über Wege nach, wie sich zu diesen fundamentalen Themen ein konstruktiver Dialog entwickeln kann – der Journalisten und die breite Öffentlichkeit miteinbezieht.

Russisch-Europäische Beziehungen im Spiegel der Medien

(15 - 16. 10. 2016) Am 15. und 16. September hat die EU-Delegation bei der Russischen Föderation zusammen mit der EJF und der Russischen Journalistengewerkschaft (RUJ) die dritte von einer Reihe von Veranstaltungen organisiert. Ziel ist der Austausch zwischen russischen Journalisten und der EU. Das erste Treffen in London war Fragen der Sicherheit von Journalisten im Digitalen Zeitalter gewidmet. Beim zweiten Seminar in St. Petersburg ging es um unabhängigen Journalismus. Bei der zurückliegenden, dritten Veranstaltung in Brüssel stand die Rolle eines professionellen Journalismus, der sich berufsethischen und handwerklichen Standards verpflichtet fühlt, im Vordergrund. Intensiv debattiert wurde die Frage, inwieweit stereotype Ansätze der Berichterstattung – sei es über die EU oder Russland – ein falsches Bild der jeweiligen Regionen bzw. Institutionen zeichneten.

   Aktuelle Termine  

Rights and Jobs in Journalism:
Abschlusskonferenz  am 25.10. in Zagreb

Die Abschlusskonferenz des EJF-Projekts ‘Rights and Jobs in Journalism’ findet am 25. Oktober in Zagreb (Kroatien) statt. Dazu wird die EJF noch einmal Mitgliedsverbände und Experten zusammenbringen, um über identifizierte Best Practice-Beispiele aus den vorausgegangenen vier Workshops zu diskutieren; und um zukunftsweisende Strategien zu entwickeln, die die Rechte von Journalisten stärken und die Kapazitäten ihrer Gewerkschaften erweitern. Bei der Veranstaltung wird auch ein Handbuch vorgestellt, das Fallstudien, Best Practice-Beispiele aus dem EJF-Umfeld sowie eine Liste von Empfehlungen enthält.

Gastgeber für die EJF Jahresversammlung 2017 gesucht

Es ist an der Zeit an die nächste Jahresversammlung der EJF zu denken. Können Sie sich vorstellen, das Ihr Mitgliedsverband diesmal Gastgeber wird, für das Treffen des höchsten Entscheidungsgremiums unserer Föderation? Alle interessierten Verbände werden gebeten, das Bewerbungsformular mit allen Angaben auszufüllen und rechtzeitig an das EJF-Sekretariat zu senden (efj@ifj.org).  Anträge müssen vor dem 9. Dezember 2016 vorliegen, da an diesem Tag das EJF Steering Committee über den nächsten Tagungsort abstimmt.

Also, die Zeit wird knapp !

European+trade+unions+call+for+stronger+protection+of+workers+in+digital+economyPressekonferenz zum Whistleblowing

Am 17. Oktober hat die Organisation Eurocadres eine Internetplattform präsentiert, die den europaweiten Schutz von Whistleblowern fordert. Beteiligt an der Aktion sind die EJF sowie weitere Gewerkschaften, Wissenschaftsinstitutionen, NGOs und politische Gruppen. Nach der Veranstaltung wird es für Institutionen und Einzelpersonen möglich sein, die Forderungen der Plattform mit ihrer Unterschrift zu unterstützen.

   Kalendar  

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Website:www.europeanjournalists.org; Email: efj@ifj.org

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HERAUSGEBER
Ricardo Gutiérrez
REDAKTION
Yuk Lan Wong, Renate Schroeder
BEITRÄGE
Mehmet Koksal, Camille Petit
ÜBERSETZUNG
Andreas K. Bittner