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  EDITORIAL

Wir stellen uns den Herausforderungen

 
Journalisten stehen in Europa nun an einer doppelten Wegkreuzung. Wie wir seit Jahrzehnten wissen, ist der Mediensektor in der Krise und der Arbeitsmarkt wandelt sich rapide.

Die Medienlandschaft hat sich verändert und wird sich auch weiterhin verändern. Wir müssen uns diesen Realitäten stellen und uns für bessere Arbeitsbedingungen für Journalisten einsetzen; das schließt freie und festangestellte Journalisten natürlich ein. Es bedeutet auch, dass wir Journalistinnen und Journalisten aus allen Medienbereichen organisieren müssen.
 
Um für diese Herausforderungen gewappnet zu sein, sollten wir selbst an der Spitze der Entwicklung stehen und uns bemühen, die medienpolitischen Prozesse in unserem Sinne zu beeinflussen. Wir müssen unsere eigenen Regierungen und auch die europäischen Institutionen dazu drängen, das bestmögliche Umfeld für pluralistische Medien zu schaffen. Unsere Politiker müssen verstehen, dass Nachhaltigkeit essentiell ist, um die Medienvielfalt – die ihrerseits ein Eckpfeiler der Demokratie ist – zu sichern.
 
Nachhaltigkeit bedeutet auch einen gesunden Arbeitsmarkt mit Freiräumen für Innovation. Um dies zu erreichen, müssen Arbeitgeber ihre angestellten Journalisten sowie die freien Journalisten, denen sie die Entwicklung ihres Unternehmens verdanken, mehr wertschätzen. Als Journalistengewerkschaften sollten wir aber selbst auf den Wandel vorbereitet sein, und beides – Innovation und Flexibilität bei Medien und Arbeitsbedingungen – ansprechen.
 
Wir sollten diese Herausforderungen gemeinsam angehen, um eine bessere Zukunft für Journalisten zu schaffen, mit mehr Jobs und einem echten Qualitätsjournalismus. Das setzt natürlich die Zusammenarbeit aller Beteiligten im Mediensektor voraus; unter anderem auch in den Bereichen Ausbildung und Weiterbildung für Journalisten. Auch wir Journalisten haben die Verantwortung, unsere Fähigkeiten zu erweitern und zu verbessern ­– um im Beruf das Beste geben zu können.

Mogens Blicher Bjerregård
EJF Präsident

Highlights der EJF Generalversammlung im Mai 2013

Das neue EJF Steering Committee: (von links) Urs Thalmann, Paco Audije, Daniela Stigliano, Nadezda Azhgikhina (Vizepräsidentin), Mogens Blicher BjerregÃ¥rd (Präsident), Andreas K. Bittner (Schatzmeister), Yannis Kotsifos, Barry White und Agnieskza Romaszewska (nicht im Bild)            © Marc Gruber. EFJ

EJF wählt neuen Vorsitz 
 

(13.5.2013) Bei der Generalversammlung in Verviers, Belgien, hat die EFJ einen neuen Lenkungsausschuss (Steering Commitee) gewählt, darunter auch einen neuen Vorsitzenden und Stellvertreter. Neu gewählt als Präsident wurde Mogens Blicher BjerregÃ¥rd von der Dänischen Journalistengewerkschaft (Dansk Journalistforbund) und als Vize-Präsidentin Nadezda Azhgikhina, vom Russischen Journalistenverband. BjerregÃ¥rd  dankte dem scheidenden Präsidenten Arne König (SJF, Schweden) und seinem Stellvertreter Philippe Leruth (AGJPB, Belgien), die diese Position neun Jahre lang innehatten.

Die gewählten Mitglieder des neuen  Steering Committee sind: Andreas K. Bittner (DJV, Deutschland), der auch erneut zum Schatzmeister ernannt wurde, Paco Audije (FAPE/FeSP, Spanien), Yannis Kotsifos (ESIEMTH, Griechenland), Daniela Stigliano (FNSI, Italien), Agnieskza Romaszewska (SDP, Polen), Urs Thalmann (impressum, Schweiz) und Barry White (NUJ, Großbritannien).

Die Generalversammlung wurde von Delegierten aus  29 Ländern besucht, die über 320.000 Journalisten in Europe vertreten. Die Versammlung verabschiedete insgesamt 21 Beschlüsse und eine Reihe von Erklärungen zu aktuellen Ereignissen; wie der Krise in Zypern und zu den vermissten Journalisten in Syrien. (Weiterlesen)
Die Generalversammlung verabschiedete  den  aus dem scheidenden Präsidenten Arne König und seinen Stellvertreter Philippe Leruth mit stehendem Applaus.                 © Marc Gruber. EFJ
BRIEF AUS DER TÃœRKEI

‘An die hinter den Mauern’


Obwohl wir uns noch nie getroffen haben, weil eine Mauer uns trennt, möchte ich Euch, die Ihr die Welt mit der gleichen Leidenschaft und Verantwortung betrachtet, wie ich, ein warmes “Hallo” zurufen  â€¦ dass Ihr da seid, ist die größte Unterstützung für uns.

Das sind die Zeilen des inhaftierten Journalisten Ömer Celik, der einen Brief an dju in ver.di geschrieben hat, in dem er auch seine Dankbarkeit für die Unterstützung, die er aus Deutschland erhalten hat, zum Ausdruck bringt. Celik bleibt auch zuversichtlich für die Pressefreiheit in der Türkei. (Brief auf Deutsch)

Die Unterstützung wird fortgesetzt: Vertreter von Journalistenverbänden aus Dänemark (Esben Ørberg), Großbritannien (Barry White) und Frankreich (Patrick Kamenka) werden an weiteren Gerichtsverhandlungen, die in den nächsten beiden Wochen in der Türkei angesetzt sind, als Beobachter teilnehmen.

EJF-Vertreter treffen sich beim IJF-Kongress


Über 100 Vertreter von EJF-Mitgliedsverbänden aus ganz Europa werden am IJF-Kongress vom 4. bis 7. Juni 2013 in Dublin, Irland, teilnehmen. Auf dem IJF-Kongress wird einen neuen Vorstand gewählt, der die Organisation in den nächsten drei Jahren führen wird. Am Donnerstag wird es – während des Kongresses – ein regionales Treffen der europäischen Delegierten geben. Die EJF wird zudem die erste Steering Committee-Sitzung mit ihrem frisch gewählten Vorstand abhalten. Weitere Informationen zum IJF-Kongress finden Sie HIER.
FRANKREICH

Journalistenarchive zerstört


(30.5.2013) Es wird berichtet, dass die französische Zeitung Le Monde die Archive von Daniel Mordzinski, einem Fotografen, der für die spanische Zeitung El País in Paris arbeitet, zerstört hat. Das Archiv enthielt unter anderem ein 27-jährige Historie der spanischen Literatur, vor allem der Lateinamerika, sowie über einige Nobelpreise. (Weiterlesen)
GRIECHENLAND

EJF verurteilt Drangsalierung durch griechische Polizei


In einem Brief an den Leiter der griechischen Polizeibehörden, Leutnant General Nikolaos Papagiannopoulos, verurteilte die EJF eine Serie von Einschüchterungsversuchen der Polizei gegenüber Journalisten. Im Anschluss an wiederholte Schikanen und dem Einsatz unverhältnismäßiger Gewalt gegen Journalisten, forderte die EJF die griechische Polizei auf, dies zu beenden und die redaktionelle Unabhängigkeit zu respektieren. (Weiterlesen)
ÖSTERREICH

Tarifabschluss für Freie und Online-Journalisten erreicht


Über 90 Prozent aller Journalisten, die in der Gewerkschaft GPA-DJP organisiert sind, haben für die Annahme des jüngst erreichten Tarifabschlusses gestimmt; dieser sieht vor, die erfolgreichen Verhandlungsergebnisse auch für Freie und Online-Journalisten zu übernehmen.

Der Abschluss bedeutet für freie Journalisten nun die Übernahme der gleichen Tarifbedingungen wir für festangestellte Journalisten. Erstmals sind auch Journalisten, die für Online-Medien arbeiten, einbezogen. Allerdings müssen die Journalisten auf den bisher üblichen Jahresbonus verzichten. Ein spezielles Online-System, das die Einhaltung fairer Arbeitsbedingungen, und damit die Umsetzung der Tarifbeschlüsse überprüfen soll, wird hierzu implementiert. Der Tarifabschluss tritt am 1. Juli 2013 in Kraft. (Weiterlesen)
EUROPÄISCHES PARLAMENT
Parlament verabschiedet wichtigen Medienbericht

(21.5.2013) Mit klarer Mehrheit hat das Europäische Parlament einen Bericht, den die Abgeordnete Renate Weber (Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa, ALDE) vorgelegt hatte, verabschiedet. Der Bericht befasst sich mit den Sicherheits- und Arbeitsbedingungen für Journalisten sowie einer Reihe weiterer Themen: Medienkonzentration, Informantenschutz und Interessenkonflikte von Medienunternehmern. Die EJF begrüßte insbesondere eine klare Anerkennung der Notwendigkeit, die Arbeitsbedingungen von Journalisten zu verbessern – in einem offiziellen EU-Dokument. Der Bericht schlug zudem vor, ein europaweites Beobachtungs-System für Medienfreiheit zu etablieren sowie eine Studie zu den Auswirkungen der prekären Arbeitsbedingungen im Mediensektor durchzuführen. (Weiterlesen)
DATENSCHUTZ

EJF drängt auf gesetzliche Ausnahmeregelung für Journalisten


Die EJF hat einen Brief an den EU-Ministerrat geschrieben und drängt dabei auf den Erhalt einer Ausnahmeregelung für Journalisten bei der geplanten Revision der europäischen Datenschutzgesetzgebung (Schutz personenbezogener Daten). Die EJF verwies darauf, dass die aktuellen Vorschläge faktisch eine Abschaffung der Aunahmeregelung für Journalisten vorsähen, die bislang die Rechtssicherheit für redaktionelle Unabhängigkeit und freien Informationszugang garantiert hätten. Die EJF warnte eindringlich, dass die Abschaffung der Regelung schwerwiegende Auswirkungen auf die Pressefreiheit in Europa haben und zu Selbstzensur von Journalisten und Medienorganisationen führen könne.
 
Der Ministerrat und das Europäische Parlament kommen im Juni erneut zusammen, um den Entwurf zu diskutieren. Das EJF Steering Committee wird vom 4. bis 7. Juni in Dublin zusammentreffen, und dabei über Strategien, wie die Abschaffung der Ausnahmeregelung verhindert werden kann, zu diskutieren. (Weiterlesen)
GENDER

IJF Gender Council trifft sich in in Dublin


(30.5.2013) Die Mitglieder des Gender Council kommen am 3. Juni – einen Tag vor Eröffnung des IJF Kongress’ – zusammen, um einen neuen Vorstand zu wählen. Das Gremium wird zudem einen neuen Aktionsplan verabschieden und die zukünftige Genderstrategie der IJF debattieren. (Weiterlesen)

 
Ausstellung beim IJF-Weltkongress zur Bedeutung von Gender


Um an die zentrale Rolle des Gender-Themas zu erinnern, hat die IJF für ihren  diesjährigen Weltkongress in Dublin eine digitale “Gender-Ausstellung” vorbereitet. Die Ausstellung, die vom IJF Gender Council konzipiert wurde, zeigt ein breites Spektrum von Bildern aus aller Welt; die meisten wurden von Frauen aufgenommen. Insgesamt vermittelt die Ausstellung die positive Botschaft, dass Frauen eine entscheidende Rolle in Gewerkschaften und Wirtschaft spielen können – egal ob vor oder hinter der Kamera. Hier können Sie einen Blick auf die Gender Exhibition werfen.

Neue IJF/EJF-Studie. Über ein Drittel der Mitglieder und VertreterInnen von europäischen Journalistenverbänden sind weiblich
Hier zum Download der Studie.
NEUE VERÖFFENTLICHUNG

Sicherheit: Wer hat Gilles Jacquier getötet?


Der Tod des französischen Journalisten Gilles Jacquier in Syrien hat einige ernsthafte Debatten zur Sicherheit von Journalisten, die aus Kriegsgebieten berichten, ausgelöst.

Patrick Vallélian, Journalist und Mitglied des Schweizer Journalistenverbandes impressum, berichtet lebhaft von den Gefahren, denen Journalisten beispielsweise an der syrischen Front ausgesetzt sind; dort hatte er zusammen mit Jacquier am Abend vor dessen Tod zusammengearbeitet. In seinem neuen Buch ‘Qui a tué Gilles Jacquier?’ (Wer hat Gilles Jacquier getötet?) versucht Vallélian, zusammen mit seinen Ko-Autoren Caroline Poiron und Sid Ahmed Hammouche, die Wahrheit über das tragische Ereignis herauszufinden. Das Buch ist auf Französisch erhältlich. (Weiterlesen)

EJF besorgt über User Generated Content (UGC)


(30.5.2013) Die EJF nahm am vierten “Licenses for Europe”-Treffen teil; es handelt sich um eine Initiative der Europäischen Kommission, die neben anderen Anliegen auch Aspekte von so genannten benutzer-generierten Inhalten (User Generated Content) und Lizensierungsmodellen behandelt.  Mike Holderness, Vorsitzender der EJF-Expertengruppe für Urheberrecht (AREG), gehörte zu den Podiumsteilnehmern und sprach über die Notwendigkeit, Metadaten von Fotos zu schützen. Holderness betonte, dass die originären Urheberrechte respektiert werden müssten, und verwies darauf, das Nutzer auch Urheber seien, die vom Urheberschutz für ihre kreativen Werke profitieren sollten.

Expertengruppe traf sich in Brüssel


(6.5.2013) Bei ihrem letzten Treffen hat sich die EJF-Expertengruppe für Urheberrecht (AREG) über die laufenden EU-Lobbying-Aktivitäten zu Verwertungsgesellschaften verständigt. Außerdem auf der Agenda: aktuelle Initiative des
Observatory zur Verletzung des Geistigen Eigentums, die EJF/IJF-Kampagne zu unfairen Vertragsbedingungen sowie die neuesten Entwicklungen bei WIPO und IFFRO.

EJF/IJF gegen Versuche von Meinungsfreiheitsaktivisten den Urheberschutz für Journalisten aufzuweichen


(17.5.2013) The EFJ/IFJ have denounced a set of principles issued by Article 19 to unduly restrict creators' copyright protection.

In a letter addressed to Article 19 Executive Director, Agnès Callamard, the IFJ has raised its concerns over "The right to share: principles of freedom of Expression and Copyright in the Digital Age", a document that opposes two fundamental rights that safeguard the independence and the integrity of the journalistic profession. To view the letter, please click here.
Aktuelle Termine
16 Juni, Brüssel
20 Juni, Brüssel
24-25 Juni, Brüssel
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Konferenz : Speak Up!2
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Herausgeber:
Renate Schroeder, Marc Gruber & Yuk Lan Wong

Ãœbersetzer: Andreas K. Bittner