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NEWSLETTER April 2021

INHALT

1. Editorial
2. Ilija Trojanows Gedanken zum Balkan
3. Einladung zu individuellen digitalen Interviews
4. Neuerscheinung Wunder wird es hier keine geben von Goran Ferčec
5. Große Nachfrage nach Elvira Dones' Verbrannte Sonne
6. Buchtipp: Europas geteilter Himmel
7. Bulgarische Literatur zwischen global und lokal
 

EDITORIAL


Liebe Leserinnen und Leser,

das Lesefest Leipzig liest extra, eine Veranstaltung der Leipziger Buchmesse, sorgt Ende Mai – Corona zum Trotz – für echte literarische Begegnungen. Wir freuen uns, dass das Programm vom Common Ground zum Themenjahr „Archipel Jugoslawien – Von 1991 bis heute“ dabei eine wichtige Säule bildet. Das vielfältige Programm stellen wir Ihnen in einem Sondernewsletter im Mai vor.

In unserem virtuellen Pressegespräch zum Common Ground 2021 Ende März haben viele von Ihnen schon die Möglichkeit genutzt, sich über die Fülle an thematischen Aspekten und literarischen Neuerscheinungen in diesem Jahr zu informieren. Eine bemerkenswerte Einführung gab dabei Ilija Trojanow, der seine Gedanken zum Phänomen des ‚Balkan‘ formulierte, die wir Ihnen hier in Auszügen wiedergeben. Weitere spannende Einblicke bieten neue Bücher aus dem Südosten Europas, die wir Ihnen mit Freude und Leseempfehlung vorstellen.

Wie gesagt: Das Lesen geht weiter, und kaum etwas anderes als Bücher vermag uns auf die Reise in andere Lebenswelten zu schicken.

Mit herzlichen Frühjahrsgrüßen


Antje Contius
Geschäftsleitung

"Der vielfältigste, kulturell dynamischste Raum in Europa"
Ilija Trojanows Gedanken zum Balkan

Einen kritischen Blick auf das Verhältnis zwischen Deutschland und dem Balkan warf der in Bulgarien geborene Schriftsteller Ilija Trojanow in seiner Einführung zum virtuellen Pressegespräch am 25. März. Bemerkenswert und zugleich erschreckend nannte der Autor die trotz der geografischen Nähe hierzulande vorherrschende Aufmerksamkeitsdistanz. Das Bild der Deutschen vom Balkan sei häufig geprägt von Fehlprojektionen: Der Balkan sei der vielfältigste, kulturell dynamischste Raum in Europa, dennoch werde die Region oft auf Kriege und Gewalt reduziert. „Viele sehen im Balkan etwas Primitives schlummern, verdrängen damit die Dämonen der eigenen Geschichte und sehen sich in einem zivilisatorischen Vorsprung“. Die historische Bedeutung des Balkans und das Fluide, der ständige Zusammenschluss kultureller und religiöser Elemente, würden dabei aber übersehen und höchstens als Ursache für Kriege erwähnt. Der Beitrag von Ilija Trojanow wird in Kürze auf der Website zu sehen sein.

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Einladung zu individuellen digitalen Interviews

Die Schwerpunktregion der Leipziger Buchmesse 2020–2022 stellt das Jahr 2021 unter das Motto „Archipel Jugoslawien – Von 1991 bis heute“. Zahlreiche Autorinnen und Autoren haben sich mit dem Thema Zerfall Jugoslawiens literarisch auseinandergesetzt. In unserer Autor:innen-Woche vom 17. bis zum 21. Mai 2021 möchten wir Ihnen kurz vor dem Lesefest Leipzig liest extra die Möglichkeit geben, mit einigen von ihnen zu sprechen. An den angegebenen Tagen stehen Ihnen folgende Gesprächspartner:innen für ein digitales Interview zur Verfügung.

17. Mai    Tijan Sila
18. Mai    Faruk Šehić
19. Mai    Rumena Bužarovska
20. Mai    Lana Bastašić
21. Mai    Hana Stojić

Bitte geben Sie uns Ihren Interview-Wunsch an und wir organisieren das Gespräch für Sie. Schreiben Sie uns eine Mail an: presse@projekt2508.de

Mehr zu den Autor:innen und ihren aktuellen Büchern
Neuerscheinung: Wunder wird es hier keine geben von Goran Ferčec
Der Roman Wunder wird es hier keine geben, der am 13. April im Residenzerlag erschienen ist, gilt als kleines existentialistisches Meisterwerk. Er handelt von einem Mann, der vor dem Bürgerkrieg ins Exil geflüchtet ist und nun erstmals in das zerstörte Dorf seiner Kindheit zurückkehrt. Präzise, lakonisch und mit schwarzem Humor beschreibt der Autor die vergebliche Suche des Protagonisten nach dessen Mutter. Die kargen Dialoge scheinen geradewegs aus dem absurden Theater eines Beckett zu stammen. So knapp und so untergründig komisch ist bisher noch selten von der Sinnlosigkeit des Kriegs erzählt worden.

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Große Nachfrage nach Elvira Dones‘ Verbrannte Sonne

In Albanien hat Verbrannte Sonne von Elvira Dones heftige Diskussionen ausgelöst. Der aufschlussreiche Roman gibt Einblicke in die albanische Mafia und den Frauenhandel und macht deutlich, dass es nichts zu romantisieren gibt. Er erzählt von einer Gesellschaft, die vom Wandel überfordert ist, von Träumen, die auf den Bürgersteigen Europas zerbröckeln, und von Schicksalen, deren kleinstes Detail bedeutsam ist. Im Dezember 2020 ist das Buch erstmals in deutscher Sprache erschienen. Die Nachfrage war so groß, dass der Ink press Verlag nach nur zwei Monaten bereits die 2. Auflage in Auftrag gab.

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Buchtipp: Europas geteilter Himmel

Durch die Geschichte hindurch blickte der Westen auf den Osten herab. Umgekehrt fühlte sich der Osten vom westlichen Vorbild verkannt und geringgeschätzt. Die Konflikte werden gerade wieder aktuell. Norbert Mappes-Niediek, der sich seit Jahrzehnten als Korrespondent und Politikberater mit Osteuropa beschäftigt, erklärt in seinem Buch Europas geteilter Himmel, warum der Ost-West-Gegensatz nach dem Ende des Kalten Krieges nicht überwunden wurde, sondern sich neu aufgebaut hat. Und er zeigt Wege auf, wie man besser miteinander umgehen kann. Der Westen sollte den Osten nicht erziehen wollen, sondern einfach versuchen, ihn zu verstehen. Das Buch ist im März im Christoph Links Verlag erschienen.
 

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Bulgarische Literatur zwischen global und lokal

Was macht einen Schriftsteller interessant für das globale Literaturpublikum? Wie kann es ein Titel eines bulgarischen Autors in den Katalog eines ausländischen Verlags schaffen? Wo zwischen den Rändern des Globalen und des Lokalen könnte die bulgarische Literatur heute platziert werden? Diese und viele andere Fragen werden am 22. und 23. April bei der internationalen Konferenz "Where is Bulgaria? Literature Between Global and Local" des Nationalen Buchzentrums, Nationaler Kulturpalast (NBC, NPC) Bulgarien diskutiert. Die Veranstaltung findet in bulgarischer und englischer Sprache statt, wird auf Zoom abgehalten und auf der Facebook-Seite der NBC, NPC gestreamt.

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Noch bis 2022 will „Common Ground. Literatur aus Südosteuropa“ als Schwerpunktregion der Leipziger Buchmesse Autor*innen, Literatur und Kultur vorstellen. Zu dem kulturpolitisch so bedeutsamen Projekt haben sich Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kosovo, Kroatien, Montenegro, Nordmazedonien, Rumänien, Serbien und Slowenien in Kooperation mit Deutschland, Liechtenstein, Österreich und der Schweiz zusammengeschlossen. So unterschiedlich die Länder, ihre Völker, Sprachen, Religionen, ihre Geschichte und ihre Geschichten auch sein mögen – auf dem Common Ground präsentieren sie sich erstmals gemeinsam und stellen das Verbindende in den Vordergrund – unabhängig von historischen und aktuellen Konflikten. 

www.traduki.eu  
www.leipziger-buchmesse.de
Medienbüro „Common Ground. Literatur aus Südosteuropa“
Schwerpunktregion der Leipziger Buchmesse 2020–2022
Mirjam Flender, Kirsten Lehnert, Svenja Pütz
literatur2508
Tel: +49 (0)228/184967-24, -44  
presse@projekt2508.de
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