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Der Ticker kommt heute von @akaer

Parley-Party!

Ich finde Gesundheit total wichtig. Und Datenschutz. Bisher war mir nicht klar, welche unvereinbaren Gegensätze sich hier offenbar gegenüberstehen - ich muss mich offenbar entscheiden! Man, man, man, das hätte ich doch glatt übersehen. Thank you, mansplainers of the day!
"Wir müssen uns halt jetzt entscheiden, was wichtiger ist, der Gesundheitsschutz oder der Datenschutz", sagte Ulrich Kelber - SCHERZ! - sagte der Vizepräsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes Uwe Bandl und schlägt vor, die Einhaltung 15-km-Regel mittels Handy-Bewegungsprofil zu überwachen. "Die Gesellschaft müsse abwägen, ob ihr der Daten- oder der Gesundheitsschutz wichtiger sei", so sagte das wohl auch kurz darauf CDU-Politiker Merz in einem c-net talk und schlägt Tracking-Lösungen vor, von denen er sicher auch selbst nicht glaubt, dass deutsche Bürger:innen sie akzeptieren würden. Und was würde übrigens wirklich Ulrich Kelber sagen? "GPS-Daten können noch nicht mal zwischen Tiefgarage und viertem Stock in einem Haus unterscheiden. In Gebäuden funktioniert GPS nicht." Auch eine Funkzellenabfrage zeige noch nicht einmal verlässlich, in welcher Straße eine Person gewesen sei. "Also was soll das? Das ist keine Lösung." heise und heise

Parler wurde gehackt. Und wie! Satte 70 Terrabyte Postings, Videos und Fotos hat eine Gruppe "Internetaktivisten" nach eigenem Bekunden offenbar erbeutet. Dank offenbar krass stümperhafter Sicherheitsvorkehrungen. Keine E-Mail-Bestätigung, keine Zwei-Faktor-Authentifizierung, gleichzeitig mussten Nutzer für den  "Verified Citizen"-Status offenbar die Vorder- und Rückseite ihres Führerscheins hochladen - und auch diese Daten wurden ungeschützt gespeichert und nun abgegriffen. golem

Parler fällt schneller durch die Maschen des Social Web als ich gucken kann: Apple und google bieten die App nicht mehr an, Amazon cancelt den Serverdienst, und alles, was seine Leinen zu der Plattform kappen kann, tut genau das: Zendesk und Twilio reihen sich in die Liste derer, die Parler nicht mal mehr mit dem Stock anfassen wollen. cloudcomputing-news

Freu! Und gleichzeitig... Menschen, die sich gegen Hass als politisches Prinzip wenden, freuen sich dass Parler gerade demontiert wird. Aber die Dynamik hinterlässt einen schlechten Beigeschmack - und das liegt an der Rolle, die die IT-Konzerne hier spielen. So äußerte sich Merkel kritisch zur Twitter-Sperre: Eingriffe in die Redefreiheit dürfen nur entlang der Gesetze und nicht durch CEOs privater Unternehmen erfolgen. Von der "Undurchsichtigkeit der Entscheidung", die auch der russische Oppositionelle Nawalny beklagt und die seit jeder das Kernproblem bei der "Redaktion" von Inhalten in sozialen Medien ist, schlägt golem den Bogen zu der Vermutung, dass Twitters Entscheidung Trump zu sperren purer Opportunismus angesichts einer drohenden demokratischen Regulierung der IT-Konzerne sein könnte (und diese Mutmaßung weite ich hiermit auf google, apple, amazon und co aus, die auch erst JETZT, und nicht bereits vor Monaten, Parler wie eine heiße Kartoffel fallenlassen). tagesspiegel und golem

Der Post-Coup Kater: Beim Sturm auf das Capitol wurden nicht nur Souvenirs wie Rednerpulte weggeschleppt, auch IT-Hardware wie Notebooks. Das könnte nun ein ernsthaftes sicherheitspolitisches Problem darstellen, denn die Politiker im Kapitol unterhalten eine dezentrale IT-Infrastruktur. Laut Wired könnten theoretisch 435 Mitglieder des Repräsentantenhauses und 100 Senatoren jeweils ihre eigene IT-Sicherheitsstrategie verfolgen. "Man muss einen Schritt zurückgehen und realisieren, dass ausländische Geheimdienste darauf geschaut haben und dies als eine Möglichkeit gesehen haben könnten" meinte EX-NSA Jake Williams. golem

Ausbeutung, ein Erfolgsmodell: Eine interessante Studie beleuchtet wie die Ausbeutung der Arbeiter in der Gig-Economy an gewerkschaftsfeindliche Taktiken in der US-amerikanischen Bauindustrie der 70er Jahre erinnert und diese teils spiegelt. Autor Mark Erlich: “Gig employers took a practice that had been used to skirt legal obligations and ratcheted it into a moral and ethical value of a better form of employment for the 21st century.” academictimes
 
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Hinweis: Wir haben die Quoten von Vortragenden der Veranstaltungen manuell gezählt. Basis dafür sind die von den Veranstaltenden veröffentlichten Programme oder Speakenden-Listen. Wir zählen pro Veranstaltung jeden Kopf genau einmal, also auch dann nur einmal, wenn dieselbe Person mehrfach spricht. Details dazu findet Ihr in diesem Spreadsheet.
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