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Heute zum Frühstück: Corona Warn App

Ab heute ist die Corona Warn App zum Download verfügbar, um 10:30 gibts ne Pressekonferenz dazu. Ob die App sinnvoll, sicher und überhaupt irgendwie wünschenswert ist, da sind Expert:innen sehr geteilter Meinung. Es überwiegen jedoch die (teils verhalten) positiven Einschätzungen. Hier ein kurzer, sicherlich sehr unvollständiger, Mini-FAQ mit den verschiedenen Einschätzungen.

Ist die App sicher? Kommt darauf an, wen man fragt. Prominente Vertreter der "Njet!"-Meinung kommen von Digitalcourage, TÜVit (wobei der scheinbar zurückrudert) und der Uni-Darmstadt; auf der anderen Seite stehen der Chaos Computer Club, Netzpolitik und Einzelpersonen wie zB Laura Sophie Dornheim, die an der App zwar auch viele Baustellen finden, diese aber für weniger riskant halten. Der CCC empfiehlt die Installation der App nicht - das machen die aus guten Gründen nie. Kein vehementer Protest bei so einem prominenten Datenschutz-Thema ist beim CCC aber fast schon ne Vertrauenserklärung (frei nach meinem schwäbsichen Schwiegerpapa „Net gschempft, isch g'lobt g'nuag.“).

Bringt sie überhaupt was zur Bekämpfung von Corona? Grundsätzlich kann sie was bringen, als Teil einer größeren Gesamtstrategie - aber wie effektiv sie sein wird, hängt von zu vielen Unbekannten ab (Infektionsraten, "Superspreader"-Events, wieviele Leute installieren das Teil etc.). Eine wirklich verlässliche Aussage auf wissenschaftlicher Basis traut sich gerade keiner zu treffen. Erfahrungsberichte anderer Länder, die ähnliche Technologien bereits einsetzen (drei Beispiele verlinkt hier Patrick Beuth bei SPON), sind zwar informativ, aber nicht direkt übertragbar. Es ist ein Experiment. Müssen wir also erstmal durchführen, um zu wissen was dabei rauskommt.

Was gefällt netzpolitischen Expert:innen daran? Erstmal finden so ziemlich alle die Verwendung des dezentralen DP3T-Ansatzes gut, den er macht viele Schweinereien im Datenschutz schwerer oder unmöglich. Darüber hinaus loben der Chaos Computer Club und andere, dass der Quelllcode frei zugänglich ist (nämlich hier), und dass sich SAP und Telekom für Verbesserungsvorschläge wirklich interessieren und diese auch recht schnell und transparent lösen.

Was gefällt netzpolitischen Expert:innen NICHT daran? Hier gibt es eine technische und eine politisch-gesellschaftliche Sicht. Technisch wird insbesondere das Thema Bluetooth (Angriffsfläche für z.B. Wurmloch-Attacken, Bluetooth Low Energy nicht auf allen Smartphones verfügbar) und die google/apple-Einbindung kritisch gesehen (z.B. von digitalcourage). Politisch-gesellschaftlich bemängelt u.a. Anke Domscheit-Berg in der ARD, das drei elementare Dinge bisher fehlen: einer harte Befristung (also terminiert), eine unbedingte Zweckbindung (App darf niemals für etwas anderes verwendet werden als den ursprünglichen Zweck) und eine Festschreibung der Freiwilligkeit. Letztere könnte man z.B. mit einem Begleitgesetz realisieren, wie es Eren Basar vom Deutschen Anwaltsverein oder Markus Beckedahl in netzpolitik vorschlägt.

Erklärvideos und FAQs:
Ein schönes, kurzes Erklärvideo zum warum-wieso-und-wie hat die Süddeutsche auf ihrer Seite, auch der SPON hat eins zu bieten.
Einen sehr ausführlichen FAQ bietet netzpolitik, etwas weniger technisch ist die Tagesschau unterwegs
 
Unsere AG Digitale Bildung fordert funktionierende Technik, professionelles Personal und Raum für Weiterbildung für eine zeitgemäße Bildung. Mehr dazu in unserem Blogbeitrag: d-64.org
1,1 Milliarden Euro für den Netzausbau
Die Abschlusserklärung für den heute endenden 2. Mobilfunggipfel des Bundesverkehrsministeriums enthält eine Zusage der Bundesregierung, die Funklöcher an bis zu 5.000 Standorten zu schließen, dort "wo ein privatwirtschaftlicher Ausbau auch aufgrund von Versorgungsverpflichtungen oder Ausbauzusagen zeitnah nicht zu erwarten ist". Länder und Kommunen müssen nicht kofinanzieren, die Betreiber sollen sich an den Kosten beteiligen. Für Klaus Ernst, wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke, werden letztere jedoch zumindest teilweise aus ihrer Verantwortung entlassen - denn eigentlich hatten sie sich vertraglich verpflichtet, eine Abdeckung von 99 Prozent der Haushalte bis Ende dieses Jahres sicherzustellen.golem

No-code, no problem
Ausgehend von der Geschichte einer Startup Gründerin, die sich ohne eigene Programmierkenntnisse ihre Software mit verschiedenen Onlinediensten zusammengestückelt hat, wirft Wired einen Blick auf den "no code" oder "low code" Trend: "The emergence of no-code is, in a sense, the ur-pattern of software. We've been drifting this way for years."  
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Termine

Vorerst werden hier nur wenige Terminhinweise aufgeführt, und nur dann, wenn diese ausschließlich online stattfinden. Bitte bleibt wenn möglich Zuhause und meidet größere Menschenansammlungen bis auf weiteres. #stopthespread

16.06. - IT-Sicherheit im Verbraucheralltag - im Netz - 17:00 Uhr - 43% weiblich & 57% männlich
17.06. - Couchlesson - AI + creativity - im Netz - 17:00 - 43% weiblich & 57% männlich
19.06. - Digitaltag 2020 - im Netz
23.06. - Wie sieht die Zukunft der Demokratie in einer digitalen Welt aus? - 17:30 Uhr - 50% weiblich & 50% männlich

Hinweis: Wir haben die Quoten von Vortragenden der Veranstaltungen manuell gezählt. Basis dafür sind die von den Veranstaltenden veröffentlichten Programme oder Speakenden-Listen. Wir zählen pro Veranstaltung jeden Kopf genau einmal, also auch dann nur einmal, wenn dieselbe Person mehrfach spricht. Details dazu findet Ihr in diesem Spreadsheet.
Das Ende dieser Ausgabe naht!
 

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