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Der Ticker kommt heute von @akaer

Scusi Signorina, hast du auch 'ne App?

Wir präsentieren: die heutigen Corona-App News!

"Ho un conto playstore italiano, ma vivo a Berlino. Che cazzo posso fare?": Die Corona-Warn-App ist aktuell nur im deutschen Play- beziehungsweise App-Store verfügbar; blöd für Menschen, die ihr Konto im Ausland eröffnet haben, die können die App nämlich nicht runterladen. Theoretisch könnten sie zwar in den Einstellungen das Land ändern, geht aber z.B. bei google nur einmal im Jahr und bringt ggf. einen Rattenschwanz anderer Probleme und Bugs mit sich. Nach Aussage des RKI prüft SAP gerade die rechtlichen Möglichkeiten, um die App global verfügbar zu machen; für deutsche Nachbarländer soll es kurzfristig eine Lösung geben. Das hilft z.B. den 30.000 in Berlin lebenden Italienern leider erst mal nix. t3n

"Wie kann eine App 20 Millionen Euro kosten?": Der Haushaltsexperte Victor Perli von der Linkenfraktion hat stellvertretend für viele interessierte Bürger:innen hierzu beim Finanzministerium angefragt, und Spiegel listet die Kernpunkte der Antwort auf. Vorweg: es sind a bissel mehr als 20 Millionen. Die ursprünglich erwähnten 20 Millionen setzen sich zusammen aus 11,5 für App-Entwicklung und Wartung an SAP, sowie 7,8 für die Inbetriebnahme durch T-Systems.T-Systems erhält dann nochmal 43 Millionen für den Betrieb der App, Werbemaßnahmen sind mit 3,5 Millionen veranschlagt. Das alles plus Steuern und noch ein paar Kleinigkeitenn - voila: 68 Millionen Euro bis Ende 2021. spon

"Und was ist jetzt mit dem Begleitgesetz?" - "TrAppFZG!": Klingt wie ein Fluch aus einem alten Asterix-Comic, ist aber der Name des von der Grünen Bundestagsfraktion vorgeschlagenen Begleitgesetz zur Corona-Warn-App*. Das Tracing-App-Freiwilligkeits-und Zweckbindungs-Gesetz, kurz TrAppFZG, will wegen der App diskriminierte Personen schützen, stuft die Ausübung von Druck zur Nutzung der App als Ordnungswidrigkeit ein und setzt einen klaren Endtermin der Massnahme. netzpolitik

*Übrigens nicht der erste Entwurf, den es gibt: bereits Anfang Mai hatten Vertreter der Zivilgesellschaft einen Vorschlag zur Begleitgesetzgebung formuliert.
Unsere AG Digitale Bildung fordert funktionierende Technik, professionelles Personal und Raum für Weiterbildung für eine zeitgemäße Bildung. Mehr dazu in unserem Blogbeitrag: d-64.org
"Scheiß auf resiliente Infrastruktur, wir schießen den Satelliten jetzt hoch!": Heute ist der zehnte Jahrestag der Stuxnet-Attacke. Der große Cyberkrieg, den manche erwarteten, blieb aus. Und damit auch die Bereitschaft von Auftraggebern, Geld für mehr Cybersicherheit zu bezahlen. "Aber die Risiken sind nicht verschwunden, sondern werden immer größer, weil immer mehr digitalisiert wird." zitiert der Spiegel den Cybersecurity-Experten Langner. In dem Kontext kommt die Meldung über "Ripple20" gerade Recht, um ordentlich Bauchschmerzen zu machen: "Ripple20" ist der Name, den eine israelische IT-Sicherheitsfoirma dem Paket von 19 Lücken gegeben hat, dass sie in einem kleinen Codepaket der kleinen US-Firma Treck gefunden haben. Dieses Code-Paket ist im Code von Hunderten von Millionen, vielleicht sogar Milliarden IoT-Geräten verbaut. Das Unternehmen hat die Lücken in einem Update zwar geschlossen - nur, wie soll das Update überhaupt gefahren werden, wenn ein Update nie vorgesehen war, und oft gar nicht mehr klar ist, wo der Code überhaupt verbaut wurde? Wired, zdnet und heise berichten.

Werber hassen diesen Trick! Google verbietet Clickbait-Werbung. Ab Juli gilt eine neue Richtlinie für Werbung, die Anzeigen verbietet die mit Clickbait-Taktiken arbeiten; zu den Ausschlusskriterien gehören z.B. Formulierungen wie "Das glauben Sie nie", Produktwerbung mit körperbezogenen vorher/nachher-Fotos, und Kampagnen, die mit Angst oder Schock arbeiten. Yay! t3n

Ebay-Mitarbeiter schikanieren Blogger-Ehepaar. Nicht schön, klingt jetzt aber nicht nach der Art Neuigkeiten, die hier gefeatured würden. Tatsächlich steckt dahinter jedoch ein Riesenskandal in der US-Onlinebranche, der einige wirklich fiese Methoden zeigt, wie Exsitenzen durch eine Kombination aus Cyber- und Reallife-Mobbing (in diesem Fall, nur beinahe) zerstört werden können. t-online

Nachgetragen:
In der Mini-FAQ am Dienstag zur Corona-App wurde auch öfter der CCC erwähnt, namentlich das Lob desselben für den Prozess sowie das Ausbleiben einer Datenschutz-Warnung. Wie außergewöhnlich diese Situation ist, sieht man an den Medienkommentaren. Wer sich noch ein paar schöne Linus Neumann-Zitate zu Gemüte führen will, dem sei Dominik Rzepkas Beitrag für das zdf und ein kleines Videoschnippsel vom ARD Hauptstadtstudio empfohlen.

Über die Ergebnisse des 2. Mobilfunkgipfels hatten wir ebenfalls schon am Dienstag geticket. Netzpolitik hat nun eine ausführlicheren Artikel online gestellt, mit den aktuellen Gewinnen der betreffenden Konzerne und Kritik an dem Vorhaben u.a. von den Grünen. netzpolitik
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Termine

Vorerst werden hier nur wenige Terminhinweise aufgeführt, und nur dann, wenn diese ausschließlich online stattfinden. Bitte bleibt wenn möglich Zuhause und meidet größere Menschenansammlungen bis auf weiteres. #stopthespread

19.06. - Digitaltag 2020 - im Netz
23.06. - Wie sieht die Zukunft der Demokratie in einer digitalen Welt aus? - 17:30 Uhr - 50% weiblich & 50% männlich
25.06. - Bildung. Digital. Optimal? Update Schule in Corona-Zeiten - im Netz - 15:00 - 62% weiblich & 38% männlich


Hinweis: Wir haben die Quoten von Vortragenden der Veranstaltungen manuell gezählt. Basis dafür sind die von den Veranstaltenden veröffentlichten Programme oder Speakenden-Listen. Wir zählen pro Veranstaltung jeden Kopf genau einmal, also auch dann nur einmal, wenn dieselbe Person mehrfach spricht. Details dazu findet Ihr in diesem Spreadsheet.
Das Ende dieser Ausgabe naht!
 

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